Ernährung der Zukunft – zwischen Trend, Teller und Landwirtschaft

Wie werden wir uns in Zukunft ernähren und unter welchen Bedingungen entstehen unsere Lebensmittel? Diese Leitfragen standen im Mittelpunkt des öffentlichen Vortragsabends „Ernährung der Zukunft – zwischen Trend, Teller und Landwirtschaft“, der an den Berufsbildenden Schulen 3 der Stadt Oldenburg am 19.02.2026 stattfand. Organisiert von engagierten Schüler*innen der BBS 3 in Kooperation mit dem Ernährungsrat Oldenburg, brachte die Veranstaltung Perspektiven aus Konsum, Gesellschaft und Landwirtschaft zusammen und machte deutlich, wie stark unser Ernährungssystem im Umbruch ist.

Der Wandel unserer Ernährung in herausfordernden Zeiten
Den Auftakt gestaltete Daniel Anthes, Autor und Ernährungsexperte. Er zeichnete ein facettenreiches Bild aktueller Ernährungstrends: Proteinreiche Produkte, Trinkmahlzeiten, „Fibermaxxing“ (bewusste Erhöhung der Ballaststoffzufuhr) und funktionale Getränke wie „Functional Soda“ prägen zunehmend den Alltag vieler Verbraucher*innen.
Gleichzeitig wurde deutlich: Essen ist heute stärker emotional aufgeladen als früher. Zwischen dem Wunsch nach Natürlichkeit, Bequemlichkeit und technologischem Fortschritt entstehen neue Spannungsfelder. Die zentrale Botschaft des Abends war jedoch versöhnlich: Die Zukunft der Ernährung wird vielfältiger. Pflanzliche Komponenten rücken stärker in den Mittelpunkt, ohne dass klassische Gerichte verschwinden müssen. Der Teller wird bunter und voller!

Landwirtschaft zwischen Politik und Praxis
Im zweiten Vortrag beleuchtete Ottmar Ilchmann, Landwirt und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Niedersachsen, die Produktionsseite unseres Ernährungssystems. Er ordnete aktuelle agrarpolitische Entwicklungen ein. Von der gemeinsamen Agrarpolitik der EU mit Blick auf geplante Änderungen ab 2027 über den Niedersächsischen Weg bis hin zu möglichen Auswirkungen internationaler Handelsabkommen wie Mercosur auf regionale Betriebe. Dabei wurde deutlich, unter welchem wirtschaftlichen und politischen Druck viele landwirtschaftliche Betriebe stehen und wie wichtig faire Rahmenbedingungen, Planungssicherheit und gesellschaftliche Wertschätzung für eine zukunftsfähige, nachhaltige Landwirtschaft sind.
In der offenen Diskussion nutzten die Besuchenden die Gelegenheit Fragen zu stellen und persönliche Perspektiven einzubringen.

Austausch, Ausstellung und nachhaltiger Genuss
Begleitet wurde der Abend von einem nachhaltigen Fingerfood-Buffet sowie einer Plakatausstellung zum Thema „Gesunde Ernährung privat und im Berufsalltag“. Beides wurde von Schüler*innen der Klassen BGN 12 und 13 und der FON 12 der BBS 3 unter Anleitung von Angelika Feldmann im Rahmen einer Projektarbeit entwickelt. Die Ausstellung machte gesunde und eher ungesunde Brotdosen vergleichbar, zeigte, welche Bausteine zu einer vollwertigen Mahlzeit gehören, und gab praktische Impulse – etwa, wie sich Wasser mit Obst, Gemüse oder Gewürzen geschmacklich aufwerten und gleichzeitig mit Nährstoffen anreichern lässt. So wurde das Thema Ernährung nicht nur diskutiert, sondern auch direkt erlebbar gemacht.

Projektwoche als Rahmen für den Vortragsabend
Der Vortragsabend war Teil einer Projektwoche, die der Ernährungsrat gemeinsam mit der Lehrkraft Frau Kürschner von der BBS 3 organisiert hatte. So wurden Mittwoch, Donnerstag und Freitag jeweils interaktiv gestaltete Vorträge von Schüler*innen der BBS 3 gemeinsam mit der Koordinatorin des Ernährungsrats Oldenburg zum Thema „Gesunde und nachhaltige Ernährung“ vor insgesamt 500 Schüler*innen gehalten. Außerdem fand am Donnerstag ein praktischer Kochworkshop statt, bei dem Schüler*innen gemeinsam gesunde und nachhaltige Rezepte ausprobieren konnten.