Gemeinsam für eine nachhaltige Ernährung in der Region


Organisationsstruktur des Ernährungsrates Oldenburg

 

Die Ausschüsse (rot) und die Vertretung des Ernährungsrats (Logo) bilden den Oldenburger Ernährungsrat.
Damit die Kommunikation untereinander und mit der Außenwelt klappt, werden die beiden gewählten Gremien von
einer Koordinationsstelle (orange) unterstützt.

Die Ausschüsse arbeiten praktisch zu verschiedenen Themen: Im Moment zum Beispiel für weniger
Lebensmittelverschwendung (FairWertbar) in Oldenburg, eine essbare Stadt und für eine stärkere Verbindung
zwischen Erzeugern und Verbrauchern. Bald kommt der Ausschuss für Bildung und Events dazu.

Die Vertretung des Ernährungsrats besteht aus 15 gewählten Mitgliedern aus Politik / Verwaltung, Zivilgesellschaft
und Ernährungswirtschaft in Oldenburg. In ihrer Arbeit stellen sie sicher, dass ein Dialog zwischen den drei
Bereichen angeregt wird und vertreten die Interessen der Bevölkerung und der Ausschüsse in der Kommunalpolitik.

Die Koordinationsstelle wird durch das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert.

Interesse mitzumachen?
Alle Interessierten sind jederzeit bei der Arbeit der Ausschüsse willkommen und können mitwirken.
Und auch die öffentlichen Sitzungen des Ernährungsrats können gerne besucht werden.

Geschäftsordnung
Unsere Geschäftsordnung legt unsere Ziele, unseren Aufbau und unsere Arbeitsweise fest. Hier kann sie eingesehen werden.


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Ziele des Ernährungsrates Oldenburg

 

 

Regional: Nahräumliche Versorgung im Einklang mit den Jahreszeiten, um die regionale Wirtschaft zu stärken und mit dem natürlichen Kreislauf der Natur zu wirtschaften. Prinzipien der Nähe und Transparenz.

Ökologisch: Im Einklang mit der Natur, mit Menschen, Tieren, Pflanzen, Wasser und Boden gesunde, unbelastete und schmackhafte Lebensmittel erzeugen und dabei die natürlichen Ökosysteme schonen.

Bedürfnisorientiert: Was brauchen wir wirklich? Für eine nachhaltige Entwicklung führt kein Weg an einer Reduktion von materiellem Überfluss vorbei. Wir fragen uns: Was brauchen wir wirklich und was können wir uns leisten und gleichzeitig unserer Umwelt zumuten? Was brauchen wir – VerbraucherInnen und ErzeugerInnen – und wie müssen sich unsere Lebensstile ändern, um ein gutes Leben zu führen und unsere Bedürfnisse so auszurichten, ohne Natur und Mensch zu schaden?

Selbstbestimmt: Im Supermarkt nicht nur passiv ins Regal greifen, sondern Lebensmittel bewusst einkaufen. Uns interessiert: Woher kommen sie? Wer hat sie angebaut? Wo kann ich regionale Lebensmittel einkaufen und lange Lieferketten umgehen? All diese Fragen führen automatisch zu einem selbstbestimmteren Umgang mit dem, was auf den eigenen Teller kommt. Wir möchten Menschen helfen, diese Fragen zu beantworten.

Fair: Lebensmittel sollen so erzeugt werden, dass die sozialen Bedingungen nachhaltiger Entwicklung erfüllt und nicht auf Kosten der ErzeugerInnen konsumiert werden. LandwirtInnen sollen für ihre Produkte so entlohnt werden, dass sie ihren Lebensunterhalt mit ihrer Arbeit bestreiten und ihren Betrieb langfristig sichern können.

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Prinzipien des Ernährungsrates Oldenburg

 

Vielfalt

Der Ernährungsrat wird erst durch seine Mitglieder lebendig. Man muss kein Experte/ keine Expertin sein, um mitzumachen. Im Gegenteil: Interesse, Lust oder ein Anliegen zu einem bestimmten Thema reichen aus. Egal, ob du mehr über nachhaltige Ernährung erfahren möchtest, Lust hast dich mit Landwirt*innen aus der Region über dein Essen auszutauschen oder Aktionen rund um das Thema direkt umsetzen willst – werde Teil des Ernährungsrats.

Demokratie

Gerade weil im Ernährungsrat so viele unterschiedliche Menschen und Interessensgruppen zusammenkommen ist es uns ein wichtiges Anliegen allen Interessen Gehör zu verschaffen und durch demokratische Prozesse niemanden zu benachteiligen. Alle haben die Möglichkeit mitzudiskutieren und mitzubestimmen. Hierarchien werden vermieden und jede Meinung zählt.

Gerechtigkeit

Gerechtigkeit- eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Wir machen es uns zum Prinzip, in den Gedanken der Gerechtigkeit alle Lebewesen einzubeziehen. Wir Menschen konsumieren und produzieren auf Kosten von natürlichen Ressourcen, Pflanzen und Tieren. Für eine nachhaltige Ernährung sind wir dauerhaft auf unsere Umwelt angewiesen.

Diese rücksichtsvoll zu behandeln bedeutet also gleichzeitig auch, an kommende Generationen zu denken, um ihnen ein gutes Leben zu ermöglichen – und das tun wir schließlich aus Gerechtigkeit.

Toleranz

So wie uns demokratische Entscheidungsprozesse wichtig sind, legen wir auch großen Wert auf einen respektvollen Umgang miteinander. Nicht alle haben die gleichen Interessen oder sehen Dinge als gleich wichtig an. Aber das gehört bei einer so bunt gemischten Gruppe dazu. Jede Meinung zählt und wird ernst genommen. Dumme Fragen gibt es bei uns nicht. Wir wollen auf Augenhöhe bleiben, egal ob jemand von Anfang an dabei war oder zum ersten Mal bei einem Treffen vorbei schaut.

Diskussion

Ohne Diskussion kein Fortschritt. Nur wenn Bestehendes hinterfragt wird, ist eine Weiterentwicklung möglich. Daher wollen auch wir uns stets hinterfragen, kritisieren (lassen) und diskutieren und dabei offen für Neues bleiben.

Denn in der Kombination aus Kritikfähigkeit und kreativen Ideen sehen wir das Potenzial für eine nachhaltige Entwicklung und die Möglichkeit, unsere Zukunft zu gestalten.

 


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Begleitforschung

Der Gründungsprozess des Ernährungsrates Oldenburg wird seit April 2016 von Annelie Sieveking begleitet, die sich im Rahmen ihrer Doktorarbeit mit Ernährungsräten als mögliche Hebelpunkte für eine nachhaltige Entwicklung beschäftigt. Die Forschung ist eingebunden in das international ausgerichtete Forschungsprojekt „Leverage Points for Sustainability Transformation“ an der Leuphana Universität Lüneburg.

Zur Homepage der Leuphana
Zum Forschungsprojekt
Link zu einem Blogeintrag über den Vernetzungskongress der deutschsprachigen Ernährungsräte im November 2017 in Essen
Link zu einem Interview für „Meldungen aus der Forschung“ der Leuphana Universität Lüneburg im Mai 2018

Annelie Sieveking
Schon während meines Freiwilligen Ökologischen Jahres in einem Umweltbildungszentrum lag mir das Thema Ernährung besonders am Herzen. Für mich ist Ernährung ein Schlüsselthema, um Menschen für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. Nachdem ich mehrere Jahre als Bildungsreferentin im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung gearbeitet habe, hatte ich den Wunsch, mich intensiver mit den Strukturen zu beschäftigen, die unser Ernährungsverhalten prägen. Ich sehe Ernährungsräte als einen neuen Weg, Ernährungspolitik zu gestalten und bin sehr froh darüber, im Rahmen meiner Doktorarbeit den Ernährungsrat Oldenburg als einen der ersten Ernährungsräte Deutschlands bei seiner Entstehung begleiten zu können. 

Lieblingsessen aus der Region:
Apple Crumble mit Walnüssen


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Wie alles begann

Politischer Suppentopf Oldenburg

Essen ist politisch!

Rund um einen großen Suppentopf stellten wir auf dem Workshop die Frage: „Wie wollen wir Stadt und Land in Zukunft ernähren?“ Beim „Politischen Suppentopf“ am 23. April 2016 erfuhren die Besucher*innen Hintergründe über die Auswirkungen der industriellen und globalisierten Landwirtschaft. Es stellten sich Initiativen aus Oldenburg und Umgebung vor, die neue Wege gehen, um unsere Ernährung sozial gerecht und ökologisch zu sichern. Dabei wurde fleißig geschnippelt, gekocht und gegessen! Die Gründung eines Ernährungsrats für Oldenburg wurde von den Besucher*innen begrüßt und die gebildeten Arbeitsgruppen bieten die thematischen Vorlagen für die Ausschüsse des Ernährungsrats.

Somit stellte der Politische Suppentopf den Auftakt für die anstehende Gründung des Ernährungsrats Oldenburg dar. Im Anschluss an den “Politischen Suppentopf” formierte sich ein Team aus zehn Personen, welches seitdem in monatlichen bzw. zweiwöchentlichen Treffen das Gründungsvorhaben des Ernährungsrats weiter vorantrieb, sodass der Ernährungsrat offiziell am 21.10.2017 gegründet werden konnte.

Impressionen des Politischen Suppentopfs 2016