Gemeinsam für eine nachhaltige Ernährung in der Region

Ernährungsrat

Der Ernährungsrat wurde im September 2017 zum ersten Mal offiziell gewählt. Am 04. April 2019 fand eine Neuwahl statt, auf der 15 neue Mitglieder des Ernährungsrats gewählt wurden.
Hier stellen sich die Mitglieder aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft vor.

VERTRETER*INNEN AUS DER POLITK

Andrea Hufeland

Mitglied der Grünen Ratsfraktion Oldenburg, Dipl.Pädagogin/Sonderpädagogik, Lerntherapeutin/FIL, Mitglied in der Steuergruppe Fair Trade Town Oldenburg

Ich unterstütze den Ernährungsrat, weil der Zusammenhang zwischen Umweltschutz, Lebensmittelproduktion, Ernährung und Gesundheit mehr Öffentlichkeit braucht, weil die industrielle Nahrungsmittelproduktion und Verarbeitung schlecht für Klima, Umwelt und Tiere sind, der Konsum von ungesunden Nahrungsmitteln unserer Gesundheit schadet und zu viele Menschen in der Nahrungsmittelindustrie unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten.
Im Ernährungsrat möchte ich mich dafür einsetzen, dass Transparenz entsteht über die Begriffe, regional, bio und fair, so dass Verbraucher sich besser orientieren und entscheiden können, was auf ihren Teller kommt und dass eindeutige Qualitätskriterien erarbeitet werden für eine nachhaltige Beschaffung von Lebensmitteln für kommunale Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung (Mensen, Kantinen in Schulen, Kitas, Kultureinrichtung….)

Samantha Westphal

Mitglied der SPD-Ratsfraktion Oldenburg

 

VERTRETER*INNEN AUS DER ZIVILGESELLSCHAFT

Aline Kallweit

Wir haben den Bezug zu unserer Ernährung, dessen Ursprung, der Natur und unserem Körper und dem, was er wirklich braucht verloren. Diesen möchte ich zusammen mit dem Ernährungsrat in Oldenburg wieder herstellen.
Essen bietet uns so viel mehr als nur ein reines Geschmackserlebnis. Es ist uns Ernergielieferant Nr.1, unser Treibstoff und die Grundlage eines gesunden Körpers.
Deshalb möchte ich mich für ein transparenten Zugang zu hochwertigen, traditionellen und regionalen, aber auch saisonalen und unverarbeiteten Nahrungsmitteln einsetzen. Ich bin davon überzeugt, dass wir durch eine gute, überwiegend pflanzliche Ernährung aus einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Landwirtschaft unsere Lebensqualität, die der Landwirt*innen, der Tiere und der Verbraucher*innen enorm steigern können.
Denn neben all den positiven Auswirkungen hat eine schlechte Ernährung beispielsweise Umweltzerstörungen wie die Rodung des Regenwaldes, Nitrat im Trinkwasser, Plastikmüll in den Meeren und letztendlich in unseren Nahrungsketten zur Folge. Ein übermäßiger Verzerr von Trans-Fettsäuren, Salz und Zucker bringt gesundheitliche Folgen wie Herz- und Gefäßkrankheiten, Typ-2-Diabetes und Adipositas mit sich. Deshalb ist es Zeit, dass wir als Verbraucher*innen, Konsument*innen Verantwortung übernehmen!
Denn – Essen ist politisch! Wir sollten unseren Körper und unsere Umwelt wertschätzen und nicht als selbstverständlich betrachten. Für eine enkeltaugliche Landwirtschaft muss sich jetzt etwas ändern.
Lasst uns achtsam konsumieren, achtsam essen und achtsam leben.


Annalena Palm

Studentin der Umweltwissenschaften

Ich bin Studentin und mache gerade meinen Bachelor an der Universität Oldenburg, ich studiere Umweltwissenschaften.
Gebürtig komme ich auch aus Oldenburg und bin 23 Jahre (12.08.1995). Mir ist unser Lebensraum, die Erde und damit auch die Nachhaltigkeit sehr wichtig.  Ich möchte unsere Umwelt so gut es geht vor weiteren Belastungen/weiterer Zerstörung schützen.
Ernährung spielt dabei eine sehr große Rolle, da wir es alle zum leben brauchen. Außerdem liegt mir Gleichberechtigung für alle -Tiere und Menschen- sehr am Herzen. Jeder soll fair behandelt werden und die gleichen Möglichkeiten haben können. Niemand soll ausgeschlossen werden.
Mit dem Ernährungsrat können wir dem Ziel, eine nachhaltigere Umwelt zu schaffen, näher kommen.
Z.B. regionale, saisonale und biologische Lebensmittel, faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen und kurze Transportwege fördern, weniger Treibhausgasemissionen ausstoßen, für bessere Lebensbedingungen der Tiere zu sorgen, weniger Müll bzw. Plastik für Lebensmittel zu produzieren, vor allem Menschen aufzuklären und das Bewusstsein zu sensibilisieren.
Gemeinsam sind wir stark und können viel schaffen.


Astrid Martin

UNESCO-Biosphärenreservat Niedersächsisches Wattenmeer

Regional, saisonal, fair und ökologisch – nachhaltige Ernährung geht uns alle etwas an und jeder Einzelne kann aktiv durch sein Verhalten dazu beitragen. Gleichzeitig ist es wichtig, dass diese Themen auch auf kommunaler Ebene diskutiert werden und an Relevanz gewinnen. Die strategische Arbeit des Ernährungsrats halte ich für ein wichtiges Instrument, um hier vor Ort – bei uns in Oldenburg – eine nachhaltige und bewusste Ernährung voranzutreiben. Durch meine Mitarbeit möchte ich dazu beitragen, Ideen zu sammeln, umzusetzen und gemeinsam neue Wege zu gehen.


Barthel Pester

Bankkaufmann, Germanist, Historiker und Publizist sind meine Stationen, die letztlich im Journalismus mündeten.

Klimaschutz schmeckt
Guten Appetit. Wer beim Essen und Trinken das Klima schützt, profitiert davon doppelt. Denn: Es geht mir bei verantwortungsvoll hergestellter, regional produzierter Ernährung nicht um Verzicht – sondern um den Genuss einer Vielfalt verschiedenster Lebensmittel. Und das verbunden mit der Chance, gleichzeitig etwas für unser aller Zukunft und die Lebensqualität im direkten Umfeld zu tun.
Ich glaube zu wissen, dass die Zusammenhänge zwischen gesunder Ernährung, Umwelt- und Klimaschutz vielen Menschen bekannt und sehr wichtig sind. Gleichzeitig wissen wir oft nicht, wie Lebensmittel die Umwelt belasten. Ein Beispiel: Viele erkennen als Umweltprobleme Transport, Überdüngung oder Belastung von Böden und Gewässern, nicht aber den Verlust von Lebensräumen und Artenvielfalt. Diese Lücke wird der Ernährungsrat versuchen zu schließen. Guten Appetit. 


Canan Barski

Eine Welt-Promotorin im Ökumenischen Zentrum Oldenburg e.V. (ÖZO)

Egal ob in China ein Sack Reis umkippt?
Unsere Ernährungsweise hat Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt – hier und an anderen Orten der Erde. Sie hat eine persönliche, aber genauso auch eine gesellschaftliche und politische Dimension.
Durch meine Mitarbeit im Ernährungsrat Oldenburg möchte ich an einem demokratischen,  ressourcenschonenden und global gerechten (fairen) Ernährungssystem mitarbeiten.



Dorothea Jäger

Die Themen Permakultur, regionale Lebensmittelversorgung und Eigenanbau spielen für mich schon seit vielen Jahren eine große Rolle. Im eigenen Garten baue ich seit Jahren einen Teil meines Gemüses selber an und bin jedes Mal wieder erstaunt, was auf kleiner Fläche machbar ist und was die Natur uns zu bieten hat. Die Neugier und den Spaß daran habe ich daran bis heute nicht verloren – im Gegenteil. Durch die Vernetzung mit unterschiedlichen Menschen und Initiativen lerne ich jeden Tag dazu und gebe mein Wissen gern weiter.

Doch zusätzlich ist es mir ein großes Anliegen, dass diese Themen nicht nur auf privater, sondern auch auf kommunaler Ebene an Relevanz gewinnen. Essen möchten wir schließlich alle – und das am liebsten gesund und nachhaltig. Der Ernährungsrat bietet dafür eine optimale Plattform und ich setze mich daher gerne dafür ein.

Mein Traum? Dass wir einen großen Teil der Lebensmittelversorgung für die Stadt auch in der Stadt produzieren. Warum nicht auch mal Johannisbeeren statt Kirschlorbeer pflanzen und jeder kann sich daran bedienen?!

Edgar Knapp

Regionales Umweltbildungszentrum Oldenburg (RUZ)

Ich engagiere mich im Ernährungsrat, weil mir die zukunftsfähige Entwicklung des Lebens auf diesem Planeten sehr am Herzen liegt. Der Komplex Landwirtschaft und Ernährung spielt dabei eine herausragende Rolle. Wie also sehen attraktive und lebenswerte Lebens- und Ernährungsstile aus, die ethisch vertretbar und ökologisch, ökonomisch und sozial sinnvoll sind? Gerade die lokale Ebene wird bedeutsam, wenn Lösungen tatsächlich umgesetzt und gelebt werden wollen.


Helga Gertje

Hauswirtschaftsleiterin u. Lehrerin an der Oberschule Osternburg
(Hauswirtschaft, Biologie, Werte u. Normen, Wirtschaft) sowie Mitarbeiterin im RUZ Hollen

Als Pädagogin ist es mir wichtig, Menschen das Denken in natürlichen Kreisläufen nahezubringen, um damit Nachhaltigkeit zu fördern. Die Gestaltung einer gesunden Lebensweise liegt mir dabei am Herzen. Mein Fokus liegt besonders in der Vermittlung des Zusammenhangs von Ernährung und Gesundheit.

Indem ich Kindern und Jugendlichen den Weg der Lebensmittel „vom Acker zum Teller“ vermittle, können diese regional erzeugte Lebensmittel und das saisonale Angebot kennenlernen. Damit gebe ich meine Wertschätzung für die Arbeit in der Landwirtschaft, vor allem der ökologisch wirtschaftenden Betriebe, weiter.

Dies ist auch der Schwerpunkt meiner Arbeit im Umweltzentrum Hollen.

Im Mensaausschuss  der Stadt arbeite ich mit, um ein gesundheitsförderndes und umweltgerechtes Speisenangebot in Schulen zu unterstützen.


Ingo Melchert

Gesundheitsberater GGB

Durch meine Ausbildung als Gesundheitsberater GGB bin ich sehr an gesunder Ernährung interessiert und möchte mein Wissen  weitergeben. Denn wer sich über lange Zeit hinweg falsch ernährt, wird mit ziemlicher Sicherheit eine oder mehrere der ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten erleiden

 

VERTRETER*INNEN AUS DER WIRTSCHAFT

Christoph Gerhard

Sprecher des Ernährungsrats,  Ausschussvertreter Erzeuger-Verbraucher-Beziehungen

Seit über 25 Jahren bin ich im Vertrieb von Bio-Lebensmitteln tätig. Heute führe ich Projekte, Seminare und Vorträge zum Thema Sortimentspolitik in der Bio- und Reformbranche durch.
Es war ein langer Weg bis zur breiten gesellschaftlichen Akzeptanz der Bio-Landwirtschaft. Für mich stellt der Ernährungsrat die Möglichkeit einer offenen Kommunikationsplattform für interessierte Bürgerinnen und Bürger dar. Mein Ziel ist es, durch Transparenz über die regionale Lebensmittel-Erzeugung die verunsicherten Kundinnen und Kunden zu mündigen Konsumenten zu machen, die nicht jedem Trend und jedem Marketing-Versprechen hinterherlaufen, sondern mit klaren Kriterien selber entscheiden, was sie essen wollen!

Gaby Wendzioch

Inhaberin Bio-Restaurant Seidenspinner

„Gute Ernährung ist das Wichtigste für den Menschen“.  Dieser Grundsatz beschäftigt mein ganzes Arbeitsleben. Nach abgeschlossenem Sozialpädago-gikstudium eröffnete ich 1985 meinen 1. Naturkostladen, weitere 4 folgten. Viele Seminare und Reisen zu Anbauern und Herstellern und Beratertätigkeit für den Bio-Großhandel Dennree vertieften die Freude an diesem Tun. Es war eine spannende Zeit, die Pionierphase der Ökologie miterleben zu dürfen. Seit nun 4 Jahren betreibe ich das BIO-RESTAURANT-SEIDENSPINNER, welches nur 100% Bio-Produkte verwendet. Gemüse der Jahreszeit, natürlich aus der Region frisch zuzubereiten ist meine größte Leidenschaft. Menschen wieder fürs Kochen zu begeistern und ohne Fertigprodukte, Fastfood, etc. ist mir ein großes Anliegen. Natürliche
Geschmackserlebnisse ohne chemische Verstärker, stehen im Vordergrund.

Margret Zimmermann

Dipl.agr. Ing / 36 Jahre Mitglied der Hofgemeinschaft Grummersort/ 15 Jahre Vorstandsarbeit im Demeterverband/ jetzt im Ruhestand

Mein Herz schlägt und arbeitet seit über 40 Jahren für den ökologischen Landbau. In der Zeit hat sich viel entwickeln können. Mit dem Ernährungsrat ist eine weitere Möglichkeit geschaffen worden, um eine nachhaltige, gesunde  und menschenwürdige Ernährung  für einen größeren Personenkreis (besonders für Kinder und Bedürftige) zu fördern durch Öffentlichkeitsarbeit  vor allem auf  der politischen Ebene und damit einen Beitrag zu leisten,  die uns drohende Klimakatastrophe ab zu wenden. Eine ökologische regionale Landwirtschaft  bewirkt zudem eine vielfältige Landschaftsgestaltung  und somit eine Biodiversität an Tieren und Pflanzen. Für diese  Ziele bedarf es neuer Wege der Zusammenarbeit und Vernetzung in Politik,  Verwaltung,  Wirtschaft  und  von engagierten  Privatpersonen. Meine Erfahrungen im ökologischen Landbau und den  regionalen Vermarktungsmöglichkeiten (z.B. Solidarische Landwirtschaft) möchte ich in dieses Gremium einbringen und hoffe auf neue zukunftsweisende Entwicklungswege.

Peter Kluin

Leitung Bioland -Marktgärtnerei Erdfrüchte