Gemeinsam für eine nachhaltige Ernährung in der Region

Regio Challenge Oldenburg          

– Iss, was um die Ecke wächst!

Das Projekt wird gefördert durch

 

Hier findet ihr ausgewählte Presseberichte und Interviews rund um die Regio Challenge:

 

1.Interview von OEins, in dem Canan und Judith das Konzept der Regio Challenge erklären:

2.Artikel aus der NWZ:

https://www.nwzonline.de/plus/oldenburg-regio-challenge-in-oldenburg-eine-woche-ueber_a_50,5,2284767811.html

3. Artikel und Interview von Antenne Niedersachsen mit einer teilnehmenden Familie:

https://www.antenne.com/tipps/lifestyle/ernaehrung/eine-woche-essen-was-aus-der-region-kommt-id310709.html

 

Regio-Challenge Oldenburg

Was?

Im Alltag gehen Menschen schnell in den Supermarkt und machen sich kaum Gedanken über lange Transportwege oder die vielen Stationen der Wertschöpfungskette, die ein Lebensmittel durchläuft, bis es im Supermarktregal liegt.

Die Regio-Challenge will dies ändern!
Sieben Tage lang haben sich über fünfzig Menschen aus Oldenburg und Umgebung der Herausforderung gestellt, nur zu essen und zu trinken, was in der Entfernung von maximal 50 km vollständig entstanden ist!

Man durfte vorher zwei Joker bestimmen, also zwei Lebensmittel, die es regional nicht gibt und auf die man auf keinen Fall verzichten wollte, zum Beispiel Schokolade oder Kaffee.

Vom 02.-09. September 2019 dauerte die Regio-Challenge Oldenburg. Sieben Tage lang wurde nur gegessen, was um die Ecke wächst!

Zum Auftakt konnten sich alle Teilnehmenden und Interessierte auf der Schnippeldisko Oldenburg am 24. August 2019 treffen. Hier wurde das Projekt vorgestellt und Kurzentschlossene konnten noch mitmachen!

Die Ergebnisse und Erfahrungsberichte werden auf der Veranstaltung „Genuss im Nordwesten“ im Park der Gärten am 15.09.2019 präsentiert.

Wie?

Jeder konnte mitmachen – Für sich allein. Mit anderen. Als Regio Team. Als Oldenburg.

Alle Teilnehmenden wurden vom Ernährungsrat begleitet. Der Ernährungsrat stellte allen Teilnehmer*innen eine Liste mit regionalen Erzeuger*innen zur Verfügung sowie Rezeptvorschläge. Außerdem verschickte der Ernährungsrat per Mail jeden Tag während der Challenge zu bestimmten Themen Mails mit Tipps und interessanten Fakten.

Hier könnt ihr euch den Film zur Regio Challenge von Jan-Marius Komorek anschauen, in dem Teilnehmer*innen von ihren Erfahrungen berichten:

 

Hier könnt ihr euch die Erzeuger*innenliste der Regio Challenge herunterladen:

Regio-Challenge Übersicht der Erzeuger*innen

Hier findet ihr fünf Rezepte mit (fast) nur Zutaten aus der Region:

Flammkuchen in zwei Variationen

Gemüsebratlinge

Kartoffelfondue

Brotaufstrich_Gemüse

Brotaufstrich_Kartoffel

Kennt ihr weitere tolle Rezepte, die wir auf unsere Homepage stellen können? Dann schreibt uns!

 

Hier findet ihr Fotos von den Einkäufen und Gerichten, die während der Regio Challenge 2019 gemacht wurden:

 

Meine Erfahrungen aus der Regio Challenge

Hier berichten Teilnehmer*innen der Regio Challenge (anonym) von ihren Erfahrungen, was für sie besonders schwer beziehungsweise einfach war und was sie aus der Challenge für sich mitgenommen haben:

 

Meine Erfahrungen

Was war besonders schwer?

Gewohnheiten und Alltags-Routine sind die größten Hindernisse, Einkaufsverhalten zu verändern. Wir kaufen fast alles beim Kornkraft Bioladen in Huntlosen, seit April ergänzt durch die SoLaWi Erdfrüchte. Letzteres ist für die Regio Challenge ein Geschenk! Aber der Einkauf bei Kornkraft bedurfte doch einiger Recherchen. Was kommt wirklich aus der Region, welche Produkte auf unserem täglichen Zettel werden wir niemals aus der Region bekommen können? Das schränkt das Angebot auf unter 10% des Warenangebotes ein!

Schwer fiel es mir, auf den geliebten Ziegenkäse (BioVerde) und mein „Wunderbröd“ von Bauckhof zu verzichten, meine Frau „muss“ morgens Soja-Joghurt haben!

Was war überraschend?

Überraschend war es doch, wieviel Mehraufwand man treiben muss, um regionale Produkte einzukaufen. Andrea war daher mal auf dem Öko-Wochenmarkt und hat uns doch wirklich regionalen Ziegenkäse von „Der Ziegerei“ (Stand von Grummersort, Käse aus Asendorf bei Nienburg) mitgebracht. Sehr lecker.

Was war einfach?

SoLaWi Erdfrüchte hat uns gut versorgt mit Gemüse, was frisch, lecker und regional jeden Tag auf den Tisch kommt. Siehe auch mein Video-Beitrag.

Was hast Du mitgenommen?

Es braucht dringend die von mir geplante und „ersehnte“ regionale Markthalle Oldenburg in Neu Donnerschwee! Die Zeit ist reif! …nur leider immer noch keine Baugenehmigung.

Dein Fazit:

Tolle Aktion, die hoffentlich viele Teilnehmende ins Grübeln gebracht hat und zu mehr Bewusstsein für den Wert von regionalen Lebensmitteln führt. Regionalität muss nicht die Ausnahme sein, sondern die Grundlage der täglichen Ernährung. Dann gerne ergänzt durch den „Luxus“ von einzelnen Köstlichkeiten aus aller Welt. Für mich ist Regionalität ohne Bio keine Alternative. Ich brauche die Sicherheit, dass regionale Produkte auch nachhaltig produziert wurden.

 

Meine Erfahrungen

Was war besonders schwer?

Auf vieles zu verzichten, was für mich als Veganerin zu meiner Ernährung einfach dazu gehört:  Hülsenfrüchte, Ölsaaten, Nüsse (regionale Nüsse sind mir in dieser Woche leider nicht über den Weg gelaufen), europäische Sojaprodukte (Sojade aus Frankreich und Taifun-tofu aus Süddeutschland ), Essig oder Zitronensaft.

Was war überraschend?

Zu erschmecken, wie eine Mahlzeit ohne jegliches Gewürz ( in den ersten drei tagen ) und danach mit Salz und schließlich auch mit Öl mundet.  die einzelnen Getreide, Gemüse und Kräuter in ihrer Reinheit wahrzunehmen und zu erleben, dass bestimmte pflanzen durchaus sehr geschmackgebend sind.

Was war einfach?

Eine große Vielfalt an Gemüse und Kartoffeln zu besorgen  –  sie werden bei Erdfrüchte nur zwei Kilometer von mir entfernt angebaut und verkauft

Was hast Du mitgenommen?

Auf alle Fälle die vertiefende Beschäftigung mit der Thematik Regionalität.  Was ich in Zukunft nicht beibehalten werde, sind die Einkäufe von Miniportionen regionaler Spezialitäten.  Auch der lebensmitteleinkauf übers Internet liegt mir nicht.  wenn ich Lebensmittel bestelle, dann über den örtlichen Einzelhandel ( Ecocion ), die ich mit dem Fahrrad ( Anhänger ) im Laden abhole.

Dein Fazit:

Ich habe nicht einen einzigen Meter mit einem Auto zurückgelegt, um meine Lebensmittel zu besorgen, sondern bin viele Kilometer mit dem Fahrrad gefahren.  ( ich habe gar kein Auto, weil ich keines haben will!).  Ich lehne diese Rumkutschiererei hierhin und dorthin mit einem Auto ab.  Das ist meine ganz persönliche Haltung dazu.  Generell beschäftige ich mich viel mit Ernährung und Lebensmittelauswahl und -beschaffung.  Insofern hat mich die intensive Befassung mit meiner Ernährung in dieser Woche nicht gestört.  ich musste jedoch bei all meinen Routinen bedenken:  sind sie dieser Tage machbar oder nicht?  Nachhaltig beeindruckt hat mich die Tatsache, dass Zubereitungen der einfachsten Art wunderbar schmecken können.  Das entspricht meiner Mentalität:  „in der Einfachheit liegt die höchste Vollendung“ (Teekampagne, übrigens sehr zu empfehlen für alle teetrinkenden Menschen, die sie noch nicht kennen).

 

 

Meine Erfahrungen

Was war besonders schwer?

Es war erstmal sehr ungewohnt die Routinen aufzugeben. Zum Beispiel morgens der Kaffee. Da musste man sich zwischendurch daran erinnern „stopp diese Woche nicht“.

Der Einkauf gestaltete sich etwas länger und man bekam natürlich nicht alle Zutaten in einem Laden. Da waren schon ein paar Wege nötig und die konnte man nicht immer mit dem Fahrrad erledigen.

In der Woche konnte ich natürlich auch nicht alle gewohnten Lebensmittel zu mir nehmen, der Verzicht war manchmal schon etwas schwer (vor allem die Gewürze beim Kochen)

Was war überraschend?

Wie viele regionale Anbieter/Hofladen etc. es doch gibt. Ich habe einige neue mir vorher unbekannte kennengelernt.

Was war einfach?

Leicht war es Fleisch, und Milchprodukten regional einzukaufen. Und auch die Umstellung selbstgebackenes Brot war wirklich sehr einfach. Gemüse fand man auch so einiges. Bei Obst hat der Garten hergehalten (Apfel und Pflaumen).

Was hast Du mitgenommen?

Eine tolle Erfahrung, die einen im Alltag herausgefordert hat. Es hat aber auch spass gemacht zu sehen, welche regionalen Produkte man findet und zubereiten kann.

Die vielen Tipps und Anregungen während der Woche waren natürlich auch klasse.

Dein Fazit:

Regional einkaufen macht Spaß, ist oft auch gut einplanbar, kostet aber manchmal auch ein bisschen mehr.

Durch den Verzicht einiger Produkte in der Woche ist auch ihre Wertschätzung gestiegen und man genießt sie mehr.

 

Meine Erfahrungen

Was war besonders schwer?

Man muss sich schon noch bewusster überlegen, was man kochen kann. Die Vorbereitung ist schwierig und zeitintensiv.

Was war überraschend?

Überraschend war der tolle und teilweise neue Geschmack der zubereiteten Gerichte

Was war einfach?

Einfach war es die Familie zu überzeugen, etwas Gutes zu essen und zu tun

Was hast Du mitgenommen?

Ich habe sehr viel mitgenommen in Bezug auf regionale Ernährung und habe festgestellt, dass wir viel tun können, wenn wir uns wieder daran erinnern, wie unsere Großeltern gekocht haben. Ich erinnere mich, dass meine Großeltern viel Obst und Gemüse im Garten hatten und wirklich alles irgendwie verwertet wurde durch beispielsweise einkochen, einwecken, einfrieren. Von dieser Generation können wir sehr viel lernen und vielleicht ein wenig davon übernehmen. Mir ist aber auch bewusst geworden, dass diese Art des Kochens und Essens natürlich sehr viel mehr Zeit in Anspruch nimmt und gerade junge Familien sind oft total gestresst und dort muss dann einfach alles schnell gehen.

Dein Fazit:

Ich bin sehr dankbar, dass ihr diese Challenge auf die Beine gestellt habt. Ich denke seit ca. 2 Jahren sehr oft über Umwelt- und Klimafragen nach. Es macht mir sehr große Sorgen, dass scheinbar immer noch viele Leute nicht verstanden haben, wie nahe die Gefahren des Klimawandels etc. bereits vorhanden sind. Ich habe gaaaannnz vielen Leuten von dieser Challenge erzählt, einfach auch um das Bewusstsein der Leute zu schärfen für diese Probleme. Ich denke, man muss einfach immer wieder darüber sprechen und jedem Menschen muss klar sein, dass er mit ganz kleinen Änderungen in seinem Leben sehr viel bewirken kann. Ich habe jedenfalls sehr viel gelernt und mitgenommen: Ich werde weiterhin die Bauernhöfe in unserer Region erkunden, was sehr schön und informativ ist, und werde hoffentlich immer differenzierter einkaufen und hoffentlich damit unsere Umwelt ein klein wenig zu schützen. Was ich noch loswerden möchte: Unsere Jugend ist sich dieser Problematik sehr bewusst. Auch von meiner Tochter habe ich in den letzten Wochen sehr viel gelernt. Die Jugend „erzieht“ sich über youtube etc. gegenseitig in Bezug auf Umweltbewusstsein. Das stimmt mich dann schon wieder ein wenig hoffnungsvoll.