Landwirtschaft erleben – Zu Besuch in der Bio-Bäckerei Barkemeyer

Über 40 Personen machten sich im Rahmen der Reihe „Landwirtschaft erleben“ auf den Weg nach Kirchhatten zur Bio-Bäckerei Barkemeyer. Organisiert vom Ernährungsrat und dem ADFC Oldenburg, legte der Großteil der Gruppe die Strecke gemeinsam auf dem Fahrrad zurück, während weitere Teilnehmende direkt an der Bioland-Backstube dazustießen. Nach der Ankunft gab es zur Stärkung erst einmal Kaffee und eine bunte Auswahl an Kuchen, durch die sich die Gruppe probieren konnte – darunter auch glutenfreie und rein pflanzliche Varianten. In dieser entspannten Atmosphäre gab es den ersten Input zur Geschichte des Familienbetriebs, der seit über 34 Jahren biologische Backwaren herstellt.

Handwerk und Zeit für den Teig

Beim anschließenden Rundgang durch die beeindruckenden Produktionsräume zeigte sich, wie viel Handarbeit in den Broten und Brötchen steckt. Die Bäckerei setzt auf eine Langzeit-Teigführung über mehrere Tage mit hofeigenem Natursauerteig. Das Brot bekommt hier die Zeit, die es zum Aufgehen braucht. Das schmeckte die Gruppe auch praktisch: In der Backstube konnten verschiedene frisch gebackene Brotsorten direkt probiert werden. „Es ist faszinierend zu sehen, wie viel echte Handarbeit und Zeit noch in jedem einzelnen Brot steckt“, fasste eine Teilnehmerin die Eindrücke zusammen.

Klare Prinzipien und strenge Rezepturen

Auch bei den Zutaten und der Zubereitung gelten klare Regeln: Der Betrieb backt zu 100 Prozent weizenfrei und nutzt stattdessen ursprüngliche Getreidesorten wie Dinkel, Einkorn oder Roggen. Das Getreide wird direkt vor der Verarbeitung frisch gemahlen und zügig verarbeitet. Die Zutaten werden direkt in der Region bezogen. Das Dinkelmehl stammt beispielsweise von der Bohlsener Mühle, der Hafer kommt aus Stuhr. Zudem werden alle Brote und Brötchen ohne Zuckerzusatz und ohne synthetische Backhilfsmittel oder Palmöl gebacken.

Zusammenhalt nach dem Großbrand

Wie eng der Betrieb mit den Menschen vor Ort verbunden ist, verdeutlichte eine Anekdote aus der Betriebsgeschichte: Vor zehn Jahren zerstörte ein Brand die Bäckerei. Doch bereits nach drei Monaten kamen wieder frische Brote aus dem neu aufgebauten Ofen. Möglich war das durch den wohl schnellsten Bauantrag im Landkreis Oldenburg und weil selbst die Mitarbeitenden beim Wiederaufbau tatkräftig mit anpackten. Die Kundschaft blieb dem Betrieb in dieser Zeit treu, was sich bis heute in einer langen Mitarbeiterzugehörigkeit und einem hohen Stammkundenanteil zeigt.

Regionale Vertriebswege in der Praxis

Dass die Bäckerei tief in der Region verwurzelt ist, zeigt sich auch bei den Abnehmern: So liefert der Betrieb beispielsweise Dinkelbaguettes für den Kita-Caterer Ratatouille – ein praktisches Beispiel für funktionierende regionale Strukturen in der Außer-Haus-Verpflegung. Wer für zu Hause einkaufen möchte, findet die Backwaren auf vielen Wochenmärkten in und um Oldenburg sowie in ausgewählten Bioläden wie Ecocion oder Brot & So.